Einleitung
Es ist nicht schwer nachzuvollziehen, dass ein Mensch, welcher an der modernen Gesellschaft mit einem wirtschaftlichen Einfluss teilnehmen möchte, jedoch die technologischen Entwicklungen unserer Ära nicht konstant adoptiert, allmählich Gefahr läuft, in seiner Wirkung zu stagnieren.
Mit der Adoptionsverweigerung von neuen Technologien, welche eine Automatisierung von Arbeitsprozessen ermöglichen und eine potenzielle Effizienzsteigerung von Leistung und Produktion erbringen könnten, fällt der Faktor des ökonomischen Wirkungsspektrums auf die Gesellschaft – und damit auch seine Relevanz auf dieser Ebene – irgendwann gegen null. Der Grund dafür ist die niedrige Bandbreite des Menschen in seiner materiellen Umsetzungsfähigkeit.
Der moderne Mensch kann sich nicht langfristig von dem Wandel der Technologie isolieren, ohne sich damit selber zu isolieren.
Umso länger diese Arbeitskraft nicht aktiv adoptiert, desto sicherer entwertet sie sich in ihrer Relevanz für zukünftige Wirtschaftsstrukturen.
Leistungsbringer Mensch
Prinzipiell heißt es nicht, dass ein glückliches und gemeinschaftlich vernetztes Leben in der modernen Gesellschaft ohne konstante technologische Adoption nicht möglich ist. Im Gegenteil: Es bilden sich klare Gruppen von Menschen in verschiedensten Gesellschaftsschichten aus dieser strukturellen Frage nach sukzessiver Adoption heraus.
In dieser Abhandlung geht es einzig und allein um den Menschen, welcher aktiv in der Wirtschaft tätig ist und mit einer sich steigernden Zugehörigkeit zu der hier angesprochenen Zielgruppe im Verhältnis zu seinem wirtschaftlichen Wirken allgemein.
Das heißt: Umso mehr Leistung ein Mensch erbringt, desto wichtiger ist es, dass dieser sich der Automatisierung seiner Arbeitstätigkeit vollends widmet, um eine noch nie dagewesene Leistungserbringung zu erreichen und sich als unersetzbaren Mittelnutzer des neuen Zeitalters der Automatisierung zu beweisen.
Wenn man nüchtern von außen auf diese Überlegung schaut, dann wird schnell klar, dass die volle Erkundung und Nutzung von neuartigen technologischen Systemen und der damit einhergehenden Möglichkeit der Automatisierung von Arbeitsprozessen ein notwendiger Akt der Selbsterhaltung ist.
Die Konstrukteure
Doch nun stellt sich die Frage: Wer verantwortet diese Automatisierung von Prozessen, und wer führt sie durch?
Es ist der Programmierer. Der Erschaffer dieser Konstrukte, auf welche sich die ganze Welt bereits heute stützt. Die Hürde?
Er muss es sich selbst beibringen.
Und bevor dies geschieht, benötigt es eine Wandlung – sofern nicht schon geschehen.
Ein Wandel bedeutet aber nicht unbedingt, dass die finale Form eine erfreuliche ist. Der Mensch ist schließlich ein sensibles Wesen, und hantiert er mit neuartigen Technologien – Technologien, welche ihm mehr Macht verleihen, als er es sich je hätte vorstellen können –, so bleibt nicht nur die Frage der Motivation im Raum, sondern auch die der Moral.
Der Programmierer der Zukunft ist kein manueller Arbeiter mehr – er ist ein Dirigent. Ein Taktgeber und Zuweiser. Ein Urteiler.
Er ist die erste Sparte Mensch, welche sich als Versuchsobjekt hingibt, bevor der Rest der Menschheit seine Errungenschaften oder Fehlschläge in ihr Bewusstsein aufnimmt und Praktiken übernimmt – oder auch nicht.
Der Mensch, der schon heute beginnt, sich anzupassen, wird mit einem Aufeinandertreffen dreier Welten konfrontiert, welche nur die Besonnensten und Mutigsten in der Lage sind, friedlich zu vereinen – der des Wagemuts und der Eigeninitiative, fusioniert mit konstantem Handeln als Klebstoff.
Kampf der Instinkte
Genauer gesagt braucht es, um in Zukunft zu „den Relevanten" zu gehören – neben der Grundvoraussetzung einer zur Wirtschaft der Gesellschaft beitragenden Stellung – die Bereitschaft, sich willens und pausenlos damit zu beschäftigen, wie und womit eine persönliche Leistungs- und Effizienzsteigerung in seiner Arbeit umgesetzt werden kann, und die damit einhergehende konstante Erkenntnis aktiv anzuwenden und nicht vor unbekanntem Terrain zurückzuschrecken. Der Maßstab der Relevanz gewinnt mit der Erweiterung der Fähigkeiten von KI-Systemen zunehmend an Bedeutung.
Denn die größte Herausforderung für die Zukunft ist, sich dem schnellen Wandeln immer und immer wieder anzupassen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier – und dies muss er sich abgewöhnen. Ein Kampf gegen die Instinkte ist die erste Etappe, um aus den Klauen der irdischen Natur zu entkommen – um nicht nur mit der Technologie von morgen effektiv und beispiellos Mehrwert zu generieren, sondern auch, um sie zu beherrschen.
Der Arbeiter
Neben den schon heute sich aufopfernden Pionieren des neuen Zeitalters müssen wir uns ebenfalls die Stellung des Arbeiters in allen anderen Berufsfeldern der Gesellschaft allgemein anschauen. Er ist schließlich der Nutzer der Automation, sobald sie erfolgreich etabliert wurde.
Wie gelangt er nun zu dieser neuen Position? Denn nicht jeder Arbeiter von heute hat einen Platz in den Berufen von morgen. Zu viel wird automatisiert sein, sodass es nicht für jeden einen Platz in der wirtschaftlichen Werterzeugung der Zukunft geben wird.
Diejenigen, die dazu bereit sind, ihre ursprüngliche Art der Arbeit vollständig niederzulegen, ihre Emotionen in Bezug auf eingesessene Praktiken und Gewohnheiten nicht zu unterbinden, aber zu zähmen, werden aus der breiten Masse herausstechen.
Zusätzlich gilt die Grundvoraussetzung, dass man als Mensch einen klaren Willen aufweisen muss, in seiner Wirkung zur Gesellschaft beizutragen. Dieser Beitrag steigert sich exponentiell mit der Adoption von automatisierten Arbeitsprozessen und der Beherrschung dieser in ihrer Planung, Umsetzung und Auswertung.
Morgen
Der Mensch von morgen wird nicht mehr vom System gelenkt.
Er steuert das System als vielfältiges Wesen.
Der Mensch von morgen erfüllt nicht mehr nur eine Aufgabe.
Er erteilt sie nur noch – und übergibt sie an die Maschine.
Doch wie sieht dieses Morgen aus?
Es ist unsere Aufgabe – der Erschaffer dieser Technologien –, in die unbekannten Welten der großen Sprachmodelle vorzustoßen und sie zu erkunden. Sie nicht nur zu kreieren, zu formen und auszurichten, sondern ihre Verhaltensweisen und Wirkung (gerade auf den Menschen) zu studieren. Sie zu begreifen – und vor allem: zu hinterfragen.
Wir sind so fern von dem, was wir uns vorstellen können, doch haben wir nicht die leiseste Ahnung, wie diese Vorstellung schon morgen aussehen wird. Das ist das Paradox des Menschengeistes.
Wir können alles sehen – aber das Gesehene nur selten gleich vollständig erkennen.
Spiel mit dem Feuer
Das oberste Ziel der Menschheit wird oft als ein Zustand der Gesellschaft beschrieben, in welchem kein Mensch mehr arbeiten muss. Die Maschine erledigt alle notwendigen Leistungen und stillt sämtliche konsumbehaftete Bedürfnisse.
Doch dies ist ein kurzsichtiger Trugschluss. Als bewusstes Wesen ist der Mensch immer dazu in der Lage, einen Mehrwert zu erbringen. Diese Annahme stützt sich auf zahllose empirische Beobachtungen, welche beweisen, dass der Mensch durch seine Neugier und die Fähigkeit zu kommunizieren – seine Intelligenz – stetig dazu in der Lage ist, sich weiterzuentwickeln.
Seit der technologischen Revolution geschieht dies in einem rasanten Tempo und erreichte neuerdings ungeahnte Maßstäbe, welche dem Fortschritt in der Forschung und der globalen Anwendung von Künstlicher Intelligenz geschuldet sind. Die Technologie entwickelt sich mit einem Ausblick auf die Zukunft in eine unvorhersehbare Richtung.
Der Mensch hat seine Vorstellungskraft gesprengt. Er erschuf digitales Dynamit.
Es liegt nun an ihm, kontrollierte Sprengungen vorzunehmen – oder sich in einem Meer aus Explosionen zu verlieren.
Das Zeitalter der Pioniere der Automatisierung – der Princeps Automationis – ist angebrochen.